{"id":1615,"date":"2018-11-13T14:20:54","date_gmt":"2018-11-13T19:20:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.signium.com\/?post_type=news&#038;p=1615"},"modified":"2023-07-06T11:58:34","modified_gmt":"2023-07-06T16:58:34","slug":"executive-search-im-boom","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.signium.com\/de\/news\/executive-search-im-boom\/","title":{"rendered":"Executive Search im Boom: Mehr Mut und Offenheit bei Stellenbesetzungen gefragt"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr die Unternehmen wird es immer schwieriger, geeignete qualifizierte F\u00fchrungskr\u00e4fte zu finden. W\u00e4hrend die Kandidaten flexibler werden und sich selbst Branchenwechsel vorstellen k\u00f6nnen, halten Personalentscheider oftmals an bew\u00e4hrten Denkmustern fest. \u201eManchmal t\u00e4ten den Arbeitgebern mehr Mut und mehr Offenheit, quer zu denken, sehr gut. Will man eingetretene Pfade verlassen, braucht man auch Entscheider, die in die Offensive gehen\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.signium.com\/consultant\/karin-peschl\/\">Karin Peschl<\/a data-aos=\"fade-up\">, Managing Partner bei der internationalen Personalberatung Signium.<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.signium.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/executive-search-700x479.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1616\" width=\"525\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.signium.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/executive-search-700x479.jpg 700w, https:\/\/www.signium.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/executive-search-250x171.jpg 250w, https:\/\/www.signium.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/executive-search-768x526.jpg 768w, https:\/\/www.signium.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/executive-search-120x82.jpg 120w, https:\/\/www.signium.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/executive-search.jpg 1009w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/figure data-aos=\"fade-up\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In Deutschland herrscht nahezu Vollbesch\u00e4ftigung. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent sank die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Wie wirkt sich die Entwicklung auf Ihre Suche nach F\u00fchrungskr\u00e4ften aus? <br data-aos=\"fade-up\"><\/h3>\n\n\n\n<p><strong><em>Karin Peschl:&nbsp;<\/em><\/strong data-aos=\"fade-up\">Der Arbeitsmarkt entwickelt sich immer st\u00e4rker zum Kandidatenmarkt, in dem die Nachfrage der Unternehmen mittlerweile deutlich das Angebot an geeigneten F\u00fchrungskr\u00e4ften \u00fcbersteigt. F\u00fcr die Executive Search-Branche ist das nat\u00fcrlich gut, wenngleich die Suche deutlich schwieriger geworden ist. Ein top qualifizierter Kandidat wei\u00df genau, dass er die Stelle bekommt, die er haben m\u00f6chte und kann deshalb in aller Ruhe suchen. Deshalb hat auch die Mobilit\u00e4t so deutlich abgenommen. Egal, ob in M\u00fcnchen, Stuttgart oder Hamburg \u2013 \u00fcberall gibt es attraktive Angebote. In wirtschaftlich guten Zeiten spielt zudem die Work Life Balance eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle als w\u00e4hrend einer schw\u00e4cheren Phase. Die Kandidaten k\u00f6nnen es sich leisten, weniger mobil zu sein. Und die unter 40-J\u00e4hrigen machen ohnehin keine Karriere mehr auf \u201eTeufel komm raus\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr die Berater ist es schwieriger geworden, geeignete Kandidaten zu finden. M\u00fcssen Ihre Klienten heute mit einem l\u00e4ngeren Suchprozess rechnen als in Zeiten, in denen das Angebot an F\u00fchrungskr\u00e4ften gr\u00f6\u00dfer ist?<\/strong data-aos=\"fade-up\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Peschl<\/em><\/strong><strong>:<\/strong data-aos=\"fade-up\">&nbsp;Als Berater m\u00fcssen wir in einen hochprofessionellen, sehr strukturierten Suchprozess investieren. Dank unserer Branchen- und Marktexpertise und unseres dicht gekn\u00fcpften Kandidatennetzwerks hat sich die Suchdauer nicht wesentlich ver\u00e4ndert. Entscheidend ist, dass wir in enger Absprache mit unseren Klienten deren gew\u00fcnschtes Suchprofil sehr genau mit dem abgleichen, was am Markt m\u00f6glich ist. Da kann es durchaus gro\u00dfe Abweichungen bei Parametern wie zum Beispiel Branchenerfahrung oder Seniorit\u00e4t geben. Wie stark ein Klient bereit ist, von seinen Vorstellungen abzur\u00fccken, h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch davon ab, wie dringend er eine Position besetzen muss.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es F\u00e4lle, in denen das urspr\u00fcngliche Suchprofil komplett vom Profil des Kandidaten abweicht, der das Rennen macht?<\/strong data-aos=\"fade-up\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Peschl<\/em><\/strong data-aos=\"fade-up\">: Ja, auch das kommt vor, mittlerweile sogar h\u00e4ufiger, aber es ist nicht die Regel. Wir mussten zum Beispiel k\u00fcrzlich eine HR-Position f\u00fcr ein Unternehmen in einer l\u00e4ndlichen Region besetzen, womit wir auch wieder beim Thema Mobilit\u00e4t sind. Der Kandidat sollte Mitte 30 sein, entsprechend nicht so teuer wie ein erfahrenerer Manager und aus der Automobilbranche kommen. Am Ende hat ein 55-J\u00e4hriger das Rennen gemacht, dessen Gehalt 40 Prozent \u00fcber der Zielgr\u00f6\u00dfe lag und der nicht einmal aus der gew\u00fcnschten Industrie kam. Den Arbeitgeber haben schlie\u00dflich andere Kompetenzen des Managers \u00fcberzeugt, insbesondere dessen langj\u00e4hrige Erfahrungen als Generalist und seine Seniorit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber 50-J\u00e4hrige galten bis vor einigen Jahren als schwer vermittelbar. Welche Rolle spielt das Alter?<\/strong data-aos=\"fade-up\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Peschl<\/em><\/strong><strong>:&nbsp;<\/strong data-aos=\"fade-up\">Als ich im Jahr 2009 als Beraterin anfing, war es ein Must, dem Klienten Kandidaten zu pr\u00e4sentieren, die j\u00fcnger waren als 50 Jahre. Das gefragteste Alter ist immer noch Mitte 40. Aber wir haben heute kein Problem damit, den Unternehmen F\u00fchrungskr\u00e4fte vorzuschlagen, die 50 und \u00e4lter sind. Diese Altersgruppe wird vor allem wegen ihrer langj\u00e4hrigen Erfahrungen gesch\u00e4tzt. Ich halte es auch gar nicht f\u00fcr ausgeschlossen, dass \u2013 vorausgesetzt die Situation am Arbeitsmarkt versch\u00e4rft sich weiter \u2013 selbst 60plus ein Thema wird.<\/p>\n\n\n\n<p data-aos=\"fade-up\">Die Unternehmen in Deutschland und \u00d6sterreich sind aber sehr konservativ bei ihren Besetzungen. Noch werden Stellen am liebsten mit Kandidaten besetzt, die aus der Branche kommen, den Markt kennen und deshalb das Risiko der Fehlbesetzung sinkt. Manchmal t\u00e4ten den Arbeitgebern mehr Mut und mehr Offenheit, quer zu denken, sehr gut. Will man eingetretene Pfade verlassen, braucht man auch Entscheider, die in die Offensive gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zumindest einige scheint es ja zu geben. In der j\u00fcngsten Zeit haben \u00fcberraschende Branchenwechsel f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt: Der neue ProSiebenSat.1-Chef Max Conze&nbsp;<\/strong><strong>war seit 2011 CEO des britischen Hausger\u00e4te-Herstellers Dyson und hat keinerlei Erfahrungen in der Medienbranche.<\/strong>&nbsp;<strong>Helene von Roeder machte in der Finanzbranche Karriere und r\u00fcckte in diesem Jahr in den Vorstand der im DAX notierten Immobilienfirma Vonovia.&nbsp;<\/strong><strong>Die ehemalige Daimler- und DHL-Top-Managerin Angela Titzrath f\u00fchrt heute mit der HHLA Deutschlands gr\u00f6\u00dften Hafenkonzern. Sind das Einzelf\u00e4lle oder hat das von Ihnen geforderte Querdenken bereits begonnen?<\/strong data-aos=\"fade-up\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Peschl:<\/em><\/strong data-aos=\"fade-up\">&nbsp;Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass wir solche Branchenwechsel k\u00fcnftig h\u00e4ufiger sehen werden. Die Industrien \u00e4ndern sich extrem schnell. Gesucht sind etwa Experten, die die digitale Transformation bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Wenn ein Aufsichtsrat oder ein CEO selbst schon einmal die Branche gewechselt oder zumindest positive Erfahrungen damit gemacht hat, wird er offener f\u00fcr solch unkonventionelle L\u00f6sungen sein. Noch gilt Branchenerfahrung aber als eines der entscheidenden Suchkriterien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anders als die Unternehmen zeigen sich die Manager schon viel flexibler. Studien haben gezeigt, dass fast 85 Prozent die Branche wechseln w\u00fcrden.<\/strong data-aos=\"fade-up\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Peschl:<\/em><\/strong data-aos=\"fade-up\">&nbsp;In wirtschaftlich guten Zeiten steigt die Risikobereitschaft der F\u00fchrungskr\u00e4fte. Wenn sich ein neuer Job im Nachhinein als falsche Wahl herausstellt, sucht man eben erneut. Wer heute wechselt, geht, weil er Gestaltungsm\u00f6glichkeiten vermisst und\/oder der Weg nach oben versperrt ist. Die Zukunftsf\u00e4higkeit eines Arbeitgebers spielt \u2013 wie oftmals angef\u00fchrt wird \u2013 meiner Meinung nach eine kleinere Rolle. Wenn Manager in krisengebeutelten Unternehmen etwas bewegen k\u00f6nnen, werden sie ihren Arbeitgeber nicht verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p data-aos=\"fade-up\">Dass F\u00fchrungskr\u00e4fte bereit sind, die Branche zu wechseln, liegt vor allem an der guten Konjunktur. Die Grundbed\u00fcrfnisse sind befriedigt. Jetzt geht es darum, sich selbst zu verwirklichen, indem der Gestaltungsspielraum steigt. Eine neue Branche bietet eben auch ganz neue Herausforderungen. Zudem stellen Manager heute viel st\u00e4rker die Frage nach dem Sinn ihrer Arbeit. Das hat nichts mit dem Gehalt zu tun. Mit der Selbstverwirklichung erreichen sie die Spitze der Maslowschen Bed\u00fcrfnispyramide.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn das Gehalt keine so gro\u00dfe Rolle spielt, m\u00fcssten ja auch Start-ups eine attraktive Alternative f\u00fcr gestandene Manager sein\u2026<\/strong data-aos=\"fade-up\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Peschl<\/em><\/strong data-aos=\"fade-up\">: Es wird immer vorkommen, dass erfahrene Manager in den Vorstand einer jungen Firma wechseln bzw. selbst eine gr\u00fcnden, zum Beispiel ein FinTech. Wenn es jedoch geschieht, kann sich daraus durchaus eine Win-Win-Situation ergeben. Der Manager profitiert von der komplett anderen Unternehmenskultur mit flachen Hierarchien und kann dadurch stark gestalten. Daf\u00fcr nimmt er in Kauf, dass er in den meisten F\u00e4llen weniger verdient. Schlie\u00dflich macht nicht jedes Start-up seine Eigent\u00fcmer mit einem erfolgreichen B\u00f6rsengang reich. Das Unternehmen hingegen profitiert von der Erfahrung und dem Netzwerk des erfahrenen Managers, was etwa in Finanz- und Strategiefragen sehr hilfreich sein kann. So wie sich erfolgreiche F\u00fchrungskr\u00e4fte in wirtschaftlich guten und damit sicheren Zeiten f\u00fcr neue Perspektiven \u00f6ffnen, m\u00fcssten auch die Arbeitgeber etwas mutiger den Blick nach rechts und links schweifen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karin Peschl&nbsp;<\/strong data-aos=\"fade-up\">begann ihre berufliche Laufbahn bei einem Executive Search-Unternehmen in Wien. Danach war sie \u00fcber 13 Jahre im operativen und strategischen Human-Resources-Management in internationalen Konzernen t\u00e4tig. Neben einer mehrj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit als Vice President HR und Organisation f\u00fcr die Austrian Airlines AG war sie in verschiedenen HR-Management-Funktionen bei Delphi Automotive, einem der gr\u00f6\u00dften Automobilzulieferer weltweit, aktiv. F\u00fcr Delphi Automotive war Karin Peschl zuletzt als HR Direktor Europe f\u00fcr die Division Elektronik verantwortlich. Daneben agierte sie als Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung der Delphi Delco GmbH in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p data-aos=\"fade-up\">Die geb\u00fcrtige \u00d6sterreicherin absolvierte ein betriebswirtschaftliches Studium an der Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien sowie ein Global-Executive-MBA-Programm an der Universit\u00e4t St. Gallen und der Rotman School of Management in Toronto. Seit 2010 ist Peschl Managing Partner bei Signium International. Ihre Schwerpunkte liegen in: Automotive, Technologie, Industrial und Medizintechnik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Unternehmen wird es immer schwieriger, geeignete qualifizierte F\u00fchrungskr\u00e4fte zu finden. 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